Nächster Termin: Big Knock 2008
Billingshurst, UK
30.05.2008 - 31.05.2008

CBR 1600 TD
Hinter der Verkleidung

CBR 1600 TD

Werner Bratenstein hat schon 2001 sein Projekt vollendet. Auch er pflanzte den 1600er Turbodiesel eines Golf II zwischen zwei Räder, wie auch Charly Hofschaller bei seinem Dieselfighter. In seinem Fall muss eine Honda CBR 1000 F das selbstzündende Spenderherz tragen.

Aufgrund der Vollverkleidung fällt der umfangreiche Eingriff auf den ersten Blick gar nicht so sehr auf. Von vorne erscheint einem der Kühler vielleicht sehr groß. Auch wirkt die CBR etwas länger als normal. Ist Sie ja auch. Es war nötig den CBR Rahmen um ganze 15 cm zu verlängern um den selbstzündenden Triebling aus Wolfsburg darin unterzubringen. Das klingt nach grossem Aufwand, war für Werner Bratenstein aber eher eine der leichteren Übungen. Die Handwerklichen Fähigkeiten waren vorhanden und die nötigen Möglichkeiten gegeben. Knifflig waren die ganzen kleinen Probleme, an welche man vorher gar nicht gedacht hatte. Z.b. eine Lichtmaschine welche an ihrem Einbauort einfach viel zu warm wurde. Der verlängerte Rahmen stellt momentan die größte Hürde für eine ordentliche Zulassung dar. Andreas Kossmann und Charly Hofschaller haben bei ihren Maschinen, dem Raps-Bären und dem Dieselfighter, das Kunststück vollbracht den wesentlich größeren Motor ohne eine änderung des Rahmengeometrie unterzubringen. Im CBR Rahmen "war das beim besten Willen nicht zu schaffen", so der Erbauer. Auch wenn die ordentliche Zulassung noch nicht erfolgen konnte, so bleibt Sie weiterhin erklärtes Ziel. Denn die CBR soll zu mehr als ein paar Probefahren benutzt werden.

Denn der ausrangierte Golf-Motor schiebt die verschalte Honda im Falle eines Falles mit immerhin 180 km/h über den Asphalt. Zugegeben nicht ganz so schnell wie die CBR früher mal war. Aber immer noch schnell genug. Meistens sogar schneller als man fahren kann und Reisetauglich in jedem Fall. Für den Sprint auf 100 km/h vergehen 7 Sekunden. Hier muss dem erhöhten Gewicht der CBR ein wenig Tribut gezahlt werden. Auf GTI Niveau bewegen wir uns allerdings immer noch.
Im Gegensatz zum Hofschallerschen Dieselfighter sind an der CBR einige grundlegende Details anders gelöst worden. So sitzt der Motor selber um 180 Grad gedreht im Rahmen. Das spart zwar die Zwischenwelle, dafür stehen die Auspuffrümmer nach innen. Um die Kurbelwelle des morgens in Schwung zu bringen wurde hier der Anlasser eines Ford Fiesta Diesel angepasst. Dadurch kann mit normalen 12V gestartet werden. Nur die Batterie ist ein wenig größer als bei Motorrädern üblich. Das passt dann wieder zu dem ebenfalls etwas größeren Kühler, welcher einem Opel Kadett entliehen wurde. Auf den ersten Blick eine CBR. Der selbstgebaute Krümmer mündet zur perfekten Tarnung sogar in den originalen Dämpfern. Aber irgendwie ist Sie größer, länger zumindest. Und ein wenig schwerer. Schade eigentlich, das die Verkleidung den größten Teil der bewundernswerten Arbeit verdeckt.

Nachtrag: Im Frühjahr 2003 ist die ordentliche Zulassung der Diesel-CBR erfolgt. Wundert euch also nicht wenn ihr die etwas längere CBR einmal auf der Straße trefft.

volle Breitseite

Techno

CBR 1600 TD
Motor
Vierzylinder Dieselmotor, Abgasturbolader, 1570 cm³ (aus Golf II TD Bj. 1985), Oxi-Kat, Verdichtung 22.5:1, 51 kW / 70 PS bei 4500 U/min, 133 Nm bei 2150 U/min, Verbrauch 257g/kWh, Getriebe CBR 1000 F, Anlasser Ford Fiesta D, Auspuffkrümmer Eigenbau, Kühler Opel Kadett
Fahrwerk
Rahmen und Gabel Honda CBR 1000 F Bj.91 (SC24), 15 cm verlängert und aufgrund des Mehrgewichts verstärkt
Metrie
Länge 2410 mm, Radstand 1655 mm, Leergewicht 365 kg
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h 7sek., Höchstgeschwindigkeit 180 km/h

Info: Werner Bratenstein

» Zur CBR 1600 TD im Dieselmotorrad-Katalog.


09.5.2008 - 16:32
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