Nächster Termin: Big Knock 2008
Billingshurst, UK
30.05.2008 - 31.05.2008

Seit dem Jahr 2001 gibt es ein jährlich organisiertes Dieselmotorradtreffen mit internationaler Beteiligung in Deutschland. Das Treffen findet traditionell am zweiten Septemberwochenende im westfälischen Hamm statt. An dieser Stelle finden sich Berichte vergangener Treffen sowie die Ankündigungen der zukünftigen Treffen. Im Jahr 2005 fand erstmalig das britische Dieselmotorradtreffen "Big Knock" statt, dieses Treffen findet auch in Zukunft immer Anfang des Sommers statt.

It’s Hardtail-Time, Sir

Das 6. internationale Dieselmotorradtreffen fand vom 8. bis zum 10. September 2006 wie üblich im Brauhof Wilshaus in Hamm statt

Es geht auf in eine neue Runde. Der Zündkerzenfeindliche Club der Nonkonformisten traf sich nun schon zum sechsten Mal zu erweiterten Dieselgesprächen. In den vergangenen Jahren haben wir erlebt, das die indische Liga sich langsam aber sicher von ihren 6,5 PS verabschiedet und nun mit ca. 11 PS in der Lage ist im Westlichen Schwerlastverkehr mitzuschwimmen. Wir durften erleben das diverse PKW-Dieselmotoren vor dem Schrottplatz gerettet wurden um in liebevoll gebauten Zweirädern ein neues Leben geschenkt zu bekommen. Wir haben lange auf die ersten fahrbaren Motorräder mit dem Smart-Diesel gewartet, und auch diese wurden mitlerweile realisiert. Die Krone der Schöpfung in Form eines Lupo-TDI Drillings ist ebenfalls im letzten Jahr vergeben worden.
Ist die Dieselmotorradszene damit an einem Ende angelangt? Können noch neue und begeisternde Motorräder auftauchen, oder beginnt man nun sich zu wiederholen? Keinesfalls, wie wir an diesem von wunderbarem Wetter gesegneten Wochenende erfahren durften.
Ruhe vor dem Sturm, der Campground am Freitagmorgen
Ruhe vor dem Sturm, der Campground am Freitagmorgen
Sam Brumbys Yamrini 750
Sam Brumbys Yamrini 750
Endlich wieder ein Dieselrusse aus dem Hause Löw
Endlich wieder ein Dieselrusse aus dem Hause Löw
Bevor ich etwas über das Treffen erzähle möchte ich euch danken. Danke für wundgeschraubte Hände und Danke für Druckstellen am Gesäß bei der ein oder anderen etwas längeren Anfahrt. Danke dafür einfach anders zu sein als die Mehrheit. Rund 75 Dieselmotorräder auf dem Platz sind ein ernstzunehmender Anteil an insgesammt zugelassenen Fahrzeugen und für uns Ansporn im nächsten Jahr die Schallmauer von 100 Dieseln zu durchbrechen.
Jetzt aber konkret zum Treffen an sich. Unsere Engländer fanden schon am Donnerstag den Weg auf den Platz und brachten uns bei der Gelegenheit Sam Brumbys "Yamrini 750" mit. Ein Ruggerini-Twin, der in einer Yamaha XJ weiterlebt. Die Maschine war zum ersten Mal überhaupt auf dem Kontinent zu sehen. Auch ein Hatz-Gespann aus der Bayrisch-Russischen Motorradklinik hat wieder seinen Weg nach Hamm gefunden.
Immer wieder schön. Speed-Triple und RuDi
Immer wieder schön. Speed-Triple und RuDi
Die wahrscheinlich letzte importierte Robin
Die wahrscheinlich letzte importierte Robin
Treue Besucher seit dem ersten Treffen beim Ankunftsbier
Treue Besucher seit dem ersten Treffen beim Ankunftsbier
Immer wieder gern gesehene Dauergäste sind Johnnys Speed-Triple und Andreas RuDi aus der Daihatsu-Fraktion. Immer wieder gern geführt sind die Dauerdiskussionen über Stationär- bzw. Fahrzeugmotoren. Ein alter Bekannter aus der Stationärdieselfraktion ist die Enfield Robin, von der uns ein besonderes Exemplar besuchte. Und zwar die wahrscheinlich letzte nach Deutschland importierte Maschine. Diese wurde nach Jahren des Dornröschenschlafes endlich erweckt und zugelassen.
Treckerauspuff am Treckermopped
Treckerauspuff am Treckermopped
Das erste Wiesel des Tages
Das erste Wiesel des Tages
Campground am Samstagmorgen
Campground am Samstagmorgen
Wie fast zu erwarten war durften wir auch bald das erste Dieselwiesel begrüßen, auch wenn uns Berni den Prototypen erst im letzten Jahr vorgestellt hat und die Produktion erst im Frühjahr richtig anlief. Laufleistungen von bis zu 12000km in der kurzen Zeit belegen die Brauchbarkeit des Konzepts. Es bleibt zu hoffen, das der Nachschub an maroden Maraudern nicht versiegt und noch viele weitere Wiesel durch die Lande dieseln.
Flitzibitz und Ruggerini
Flitzibitz und Ruggerini
Dieselwiesel vor Treckerreifen
Dieselwiesel vor Treckerreifen
Die R80cdi, jetzt mit voller Leistung
Die R80cdi, jetzt mit voller Leistung
Reinhard präsentierte uns in diesem Jahr seine beiden Dieselkrationen. Flitzibitz hat seit dem letzten Jahr keine gravierenden Modifikationen erhalten, die Ruggerini hingegen musste sich einer Diät unterziehen und wurde um einige Kilos abgespeckt und ebenfalls auf Zahnriemen statt Kette umgerüstet. Mit Hilfe der bei den beiden Maschinen gewonnenen Erfahrungen plant Reinhard den Bau einer Dieselenduro für eine Reise durch Russland. Wir dürfen gespannt sein.
Die R80cdi bleibt vorerst der einzige bekannte Private Umbau mit einem Smart-Diesel, und präsentiert sich in diesem Jahr endlich mit voller Leistung. Die leidigen Probleme mit dem Steuergerät konnten mit Hilfe des eigentlichen Herstellers und Zulieferers endlich gelöst werden.
Daihatsus kuscheln im Morgentau
Daihatsus kuscheln im Morgentau
Selbstzünder geht auch wunderbar im Klassiker
Selbstzünder geht auch wunderbar im Klassiker
In Fulda werden definitiv schöne Dieselmotorräder gebaut
In Fulda werden definitiv schöne Dieselmotorräder gebaut
Von der niederländischen Daihatsu-Fraktion gibt es Wims Daihatsu-K mit neuer Lackierung zu bewundern und Sander hat seinen Lowrider fast fertig gestellt. Dazu aber später noch mehr. Schon in den letzten Jahren haben wir immer wieder wunderbare Klassiker bewundern dürfen, bei denen man das marode Originaltriebwerk gegen einen frischen Diesel ausgetauscht hat. In diesem Jahr tauchte eine nun selbstzündende Ardie auf, die auf den schönen Namen "Major Diesel" getauft das einzige Handgeschaltete Dieselmotorrad sein dürfte. Auf Fulda fanden die Lakusch und die große Schwester HCS 1360 wieder ihren Weg nach Hamm. Und auch Helmut hat neue Pläne für ein weiteres Motorrad, so das wir jetzt schon sicher sein können auf dem Treffen 2007 wieder spannende Eigenbauten bewundern zu dürfen.
8 Jahre Bauzeit, und nun die letzten Handgriffe vor der Jungfernfahrt
8 Jahre Bauzeit, und nun die letzten Handgriffe vor der Jungfernfahrt
2,70 m gestreckte Länge
2,70 m gestreckte Länge
Geschafft, der Daihatsu-Lowrider fährt
Geschafft, der Daihatsu-Lowrider fährt
Spannend war in jedem Fall die Jungfernfahrt des Daihatus Lowriders, welcher nach 8-jähriger Bauzeit nun endlich fast fertiggestellt ist. Nach mehrjähriger Standzeit des Motors war dessen Einspritzpumpe jedoch nicht sofort zur Reibungslosen Aufnahme der Arbeit zu überreden. Da die Fertigstellung erst in letzter Minute erfolgte mussten die letzten Handgriffe vor Ort vorgenommen werden. Aber wo sonst finden man so viel Erfahrung mit Daihatsumotoren in Motorrädern? Nach einigen frisch erzeugten Kornkreisen auf dem Rasen lief der Motor endlich rund und Sander konnte zu seiner ersten Probefahrt mit der Maschine überhaupt starten. An dieser Stelle will ich nochmal ganz herzlich zu dem bislang wohl radikalsten Dieselkrad auf dem Kontinent gratulieren.
Das Dieselross von seiner Schokoladenseite samt Trailer
Das Dieselross von seiner Schokoladenseite samt Trailer
Auf der rechten Seite liegen Einspritzpumpe, Ölfilter und Anlasser schon original sehr eng am Motor
Auf der rechten Seite liegen Einspritzpumpe, Ölfilter und Anlasser eng am Motor
Das Dieselross hat die stattliche Länge von 2.52m
Das Dieselross hat die stattliche Länge von 2.52m
Doch damit nicht genug. Am Samstag machte das Gerücht die Runde, das jemand kommen wolle, dessen Motorrad das Getriebe vorne habe. Anfänglich wurde das Ganze im Allgemeinen für die Phantasie eines Dieselfreundes gehalten, der beim Frühstück irgendwie den Kaffee mit dem Selbstgebrauten verwechselt hat. Aber irgendwann rollte es dann tatsächlich auf den Platz. Das "Dieselross"! Es trägt einen 1.6l Saugdiesel aus einem Golf II in einem komplett selbstgeschweissten Rohrgeflecht. Bislang noch nie so gelöst wurde die Getriebefrage. Das Original PKW-Getriebe blieb einfach am Motor und die Kraft wandert per langer Welle einmal komplett am Motorblock vorbei an das Heck der Maschine und wird dort per 1:1 Winkeltrieb auf das Hinterrad gewuchtet. Eine eigentlich so genial einfache Idee, das man sich fragt wieso das eigentlich niemand vorher mal so gelöst hat. Neben der bravourösen technischen Seite spricht das Dieselross auch eine Formensprache, die mir persönlich geradezu wunderbar gefällt. So findet sich z.b. die Linie des Ramens im Tank und auch im Luftfilter wieder. Auch die eigentlich deplazierten Gußfelgen aus dem japanischen Supersportregal finden meinen Zuspruch. Ich gebe es am besten einfach zu, ich bin verliebt. Daran können auch 350kg Gewicht, der ungefederte Starrrahmen oder die kompliziert zu bedienende, da auf zwei Ebenenen funktionierende Schaltung rein gar nichts dran ändern.
Noch was anderes. Den Motor einfach in den Beiwagen stellen
Noch was anderes. Den Motor einfach in den Beiwagen stellen
Indien trifft China
Indien trifft China
Daihatsu K100 TD im neuen Lackkleid
Daihatsu K100 TD im neuen Lackkleid
Wem das nicht reichte, für den gab es in der Rubrik "Gibts doch gar nicht" noch ein nettes Gespann. Hier wurde der 722 cm³ starke Hatz 1D90 einfach in den Beiwagen einer ehemaligen NSU OSL 601 Baujahr 1939 gestellt. Noch ein paar Schrauberstunden von der Straßentauglichkeit entfernt präsentiert sich das Gespann jedoch immerhin fahrbereit. Und zweifellos gibt es den Preis für die größte Schwungmasse des Wochenendes. Für den preisbewussten Dieselschrauber gibt es die Kama-Enfield zur Ansicht. Der Einzylinder von Kama war in jüngeren der Vergangenheit teilweise für weniger als 400 € zu bekommen, und an der Spenderbullet muss im großen und ganzen nur einer neuer Hilfsrahmen angeschraubt werden. Leider hat sich noch niemand an die ebenfalls aus chinesischen Quellen stammenden Lüftgekühlten V2-Diesel getraut. Aber so haben wir noch etwas, auf das wir uns bestimmt im nächsten Jahr freuen können.

To honour Nikki I placed another picture of the PINK painted Daihatsu K100TD on this site.

Auch im nächsten Jahr werden wir am zweiten Septemberwochenende das Dieseltreffen veranstalten. Doch dabei soll es nicht bleiben. Über die geplanten Dieselaktionen für das Jahr 2007 wird auf dieselkrad.info rechtzeitig informiert. In England wird am Anfang des Sommers die dritte Ausgabe des "Big Knock" stattfinden. Infos hierzu ebenfalls auf dieser Seite und auf dieselbike.net.

Abschließend die obligatorische Liste der anwesenden Dieselmotorräder
Ich habe es in den vergangenen Jahren nie erwähnt, aber auch unter den benzingetriebenen Besuchermotorrädern fanden sich in den letzten Jahren immer wieder rechte Schmuckstücke. So auch in diesem Jahr. So fanden sich z.b. eine eine Horex Regina, eine NSU Fox, eine Triumph Bonneville, eine 750er Viertaktyamaha aus japanischen Pioniertagen oder auch eine schön gemachte Kawasaki Z650 ein. Und am Sonntagmorgen gab es noch eine wunderschöne dreizylindrige Laverda zu sehen.
  • Das Dieselross
  • Der Daihatsu Lowrider
  • Yamrini 750
  • R80cdi
  • Reinhard Hötgers Flitzibitz
  • Reinhard Hötgers Ruggerini
  • mindestens vier Dieselwiesel
  • weitere Ruggerini-MZ Solo und als Gespann
  • Centaurus
  • Johnny Flataus Speed-Triple
  • Andreas Werles RuDi
  • Solo Hatz-Dnepr nach Löwschem Vorbild
  • Beckedorf Lombardini-powered Enfields
  • einige Hatz-powered Enfield aus dem Hause Jochen Sommer
  • Wim van Leurs Daihatsu K
  • Thomas Weis Diesel-Max. Immer noch solo.
  • Enfield Robin
  • Lakusch
  • HCS 1360
  • Ardie - Major Diesel
  • Löwscher Dieselrusse
  • Yanfield V2
  • Polaris Dieselquad

09.5.2008 - 16:30
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